|
1300 Klassen und über 30 000 Kinder nahmen in diesem Jahr am Tesalinowettbewerb teil, den die Stiftung Lesen wie in jedem Jahr ausgeschrieben hatte.
Die Klasse 3b aus der Weinbergschule in Ohlsbach nahm mit ihrem Klassenlehrer Herrn Schulze am Wettbewerb teil. Elefant, Löwe und Co war das Thema des Unterrichts der Klasse 3b in Ohlsbach im April. Bei dem Geschichtenschreib- und Bastelwettbewerb haben die Ohsbacher Klassen schon oft teilgenommen und immer gefiebert, ob sie endlich den ersten Preis gewinnen. Aber schon die Teilnahme, das Projekt selbst: vier Wochen ein Thema mit der ganzen Klasse gemeinsam erarbeiten, waren es wert. Geschichten schreiben in der ganzen Klasse, basteln und werkeln im Klassenzimmer und dabei auch noch was lernen, das kennen die Ohlsbacher Jugendlichen, ehemaligen Schüler von Herrn Schulze, und erkundigen sich jedes Jahr, wie denn in diesem Jahr das Thema lautet. Früher schon mal hatte man einen Trostpreis, auch mal einen zweiten Preis gewonnen, in diesem Jahr aber kam die Nachricht: Klasse 3b der Weinbergschule hat die schönste und überzeugendste Arbeit gezeigt und den ersten Preis gewonnen.
„Ein tierischer Fall“ war vorgegeben. Den ursprünglichen Geschichtenanfang schreibt immer ein bekannter Kinderbuchautor, die Klassen setzen dann seine Geschichte fort und erleben so mit den Titelfiguren Tesalino und Tesalina spannende Erlebnisse, die sie selbst in ihrer gemeinsamen Phantasie erfinden und niederscheiben. Ein Schreibanlass, der die ganze Klasse begeistert.
Vierzehn Seiten lang ist diesmal die Geschichte und es wurde ein Krimi zur Errettung des Zoos in Leimolinoland, der geschlossen werden sollte. Eine Power – Maus und ein Kater mit einem Tiersprachenübersetzer waren die Hauptfiguren in der Geschichte der Klasse 3b. Morgens in der Schule las man die Ideen der Kameraden gemeinsam durch und sprach neue Ideen ab. Daheim dann ließen die Kinder der Klasse ihrer Phantasie freien Lauf und schickten ihre Ideen gleich per e-mail an den Lehrer, der sie am nächsten Morgen schon sortiert und gelesen hatte. So entstand die spannende Geschichte, der erste Teil des Projektes.
Dass natürlich Unterricht war in den vier Wochen, merkten die Kinder nur am Rand. Wie gestalte ich ein ansprechendes Plakat, wie bereite ich mich auf dein Referat vor, das ich dann allein vor der Klasse halte und wie präsentiereich das alles in einem ansprechenden Heft erfuhren sie beim gemeinsamen Gestalten. Das waren die Hintergründe der Arbeit in der Klasse. Dazu besuchten die Kinder extra Ohlsbachs Bücherei und nahmen eine Kiste Tierbücher mit, man muss sein Expertenthema ja gut und selbständig vorbereiten, mahnte Herr Schulze.
So waren vier Woche der praktischen Arbeit gewidmet. Zuerst bastelten die Kinder in Schachteln ‚ihre‘ Zootiere in ihrem Umfeld. Diese stapelte man, um sie zu ‚retten‘ auf einer extra gebauten Arche im Hintergrund des Klassenzimmers. Waren dabei schon die Konturen des Klassenzimmers kaum mehr zu erkennen, war beim Kleistern für zwei Tage Putzverbot für die Reinemachefrau. Sie hätte wahrscheinlich laut aufgeschrien, wenn sie gesehen hätten, dass in dem Klassenzimmer vier lebensgroße Tiere aus Stühlen, aus Latten, aus Draht und aus Pappmaschee entstanden. Wie in einem Atelier war der Boden mit Planen und Zeitungen abgedeckt, die Kinder trugen ihre Malerschürzen und schraubten und sägten, denn immerhin wollten vier Tiere gebastelt werden, auf die man sich auch draufsetzen kann. Einen Löwen, ein Zebra, einen Eelfanten und ein Krokodil.
Kleistern, trocknen lassen, Kleistern, grundieren, anmalen verzieren. Da waren alle Kinder der Klasse beschäftigt, eine ganze Woche lang. Und der Rest der Zeit ging dann wieder fürs Aufräumen des Zimmers drauf.
Eine Mutter wollte gleich den Löwen mit heim nehmen für ihr Wohnzimmer, die Lehrer überlegten nicht lange und suchten schon Plätzchen, wo die wunder schön gewordenen Tiere im Schulhaus ihren Platz finden.
Und diese Tieren, mit der Arche und den Containern waren es, die den Ausschlag für den Preis gaben. So war es nicht ganz einfach, in einer großen Plakatpräsentation die vielen Projektideen auch unterzubringen. Aber die Ideen der kreativen Klasse 3b haben überzeugt und so zum 1. Preis geführt, einer zweitägigen Klassenfahrt zu einem Vergnügungspark mit Übernachtung.
Juhuu, 1. Preis.
Albert Schulze, Klassenlehrer
Übrigens, die Zeitung wird auch darüber berichten, S Ohlsbacher Blättle auch
Robby Rheinschnake am Freitag, 17.6.2010
Über die Presseagenturen wird diese Nachricht am Sonntag oder Montag bundesweit veröffentlicht.
|